Die Zufriedenheit von Singles steigt mit dem Alter

Zu Jane Austens Zeiten wurde der Single-Status problematischer mit den Jahren.

Wenn Damen der Gesellschaft nicht mit spätestens 21 unter der Haube waren, sahen sie dem typischen Schicksal “alter Jungfern” entgegen, die als Gouvernanten ihren Schützlingen Sticken und Klavierspielen beizubringen hatten. Und obwohl Junggesellen aus wohlhabenden Familien nicht die finanziellen Probleme der Damen hatten, wurde auch von ihnen selbstverständlich eine Heirat erwartet.

Glücklicherweise haben sich die Zeiten geändert. Eine Studie der Sozialpsychologin Bella DePaulo brachte ans Licht, dass der Status von Singles sich nicht nur im Laufe der Jahrhunderte veränderte. Das Alleinsein fühlt sich besser an, je älter man wird, fand die Wissenschaftlerin heraus.

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Sie begleitete mehr als 2500 Teilnehmer der Studie über einen Zeitraum von 18 Jahren und das Ergebnis war eindeutig: Diejenigen, die Singles blieben, waren in reiferen Jahren zufriedener mit ihrer Situation.

Wissenschaftler können nur spekulieren, warum das so ist. Möglicherweise ist es so, dass die Vorteile des Alleinseins mit dem Alter mehr in den Vordergrund rücken.

Einer davon ist ganz entscheidend: Unabhängigkeit.

Die Freuden der Unabhängigkeit

 

Nun bedeutet Heirat heutzutage glücklicherweise nicht mehr, dass man seine Unabhängigkeit komplett aufgeben muss – aber Studien zeigten, dass Beziehungen, in denen individuelle Bedürfnisse dominieren, eher scheitern.

Warum ist das so?

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Die Dynamik einer Liebesbeziehung kann man nie ganz und gar durchanalysieren, aber wir wissen, dass das ein oder andere Opfer dazu beiträgt, die Zweisamkeit zu stärken. So mag die Bereitschaft, die Bedürfnisse des Partners über die eigenen zu stellen, die Beziehung stärken.

Für das Individuum ist das nicht gut – wir haben ja gehört, wie wichtig das Gefühl von Unabhängigkeit ist.

Alleinstehende müssen keine Opfer bringen – einer der am meisten unterbewerteten Vorteile des Singleseins. Was nicht heißen soll, dass Singles egoistisch sind.

Im Gegenteil: Singles sind meist soziale Menschen, denn wenn man keinen Partner hat, muss man sich zwangsläufig der Welt öffnen.

Wenn ich keine Rücksicht auf mein Gegenüber nehmen muss, kann ich das Sabbatjahr nehmen, wenn ich es nötig habe, oder jederzeit eine Abenteuerreise buchen. Ich kann auf mein Bauchgefühl hören und mich auf neue Erfahrungen einlassen. Und gerade diese Fluchten aus dem Alltag sind es, die uns persönlich wachsen lassen, sagen Wissenschaftler.

Die Alternative zum Familienprogramm

 

Aber warum fühlt sich der Singlestatus besser an, je älter wir werden? Nun, in den Dreißigern und Vierzigern hat man in der Regel mehr Geld als zuvor und damit das beruhigende Polster, um Auszeiten zu nehmen und Ziele voranzutreiben.

Außerdem steigt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten mit den Jahren. Was für eine Freiheit, wenn man sich nicht mehr darum schert, was die anderen denken! Etwas, das uns in jüngeren Jahren viel zu sehr hemmt.

Und man widersetzt sich leichter dem Druck der Umwelt “sesshaft zu werden”. Man sieht ja auch mit etwas Abstand, was mit den Menschen passiert, die Familien gegründet haben. Zwischen 30 und 40 erleben die meisten, dass Freunde heiraten und Kinder bekommen. So kann man ganz genau beobachten, was das mit ihnen macht. Der Familienweg mag richtig für einige sein – aber es liegt auch auf der Hand, welche Vorteile der Alternativweg hat.

 

In den Dreißigern und Vierzigern hat man außerdem das Selbstbewusstsein, seinen Instinkten zu folgen und kann den Konventionen einfach den Laufpass geben. Während man seine Freiheit auskostet, praktiziert man das Gegenteil vom Sesshaftwerden.

“Das Leben ist weniger vorhersehbar, wenn man Single bleibt und nicht den klassischen Weg mit Heirat und Kindern einschlägt”, sagt die Wissenschaftlerin DePaulo. “Aber weniger Vorhersehbarkeit bedeutet auch ein Plus an Möglichkeiten, und das kann sehr bereichernd sein.”

Die Abenteuer des Lebens

Eleanore Robinson, eine Alleinstehende um die Vierzig, kennt das Gefühl gut. Sie hat kürzlich ihren Full-Time-Job gekündigt, um freiberuflich zu arbeiten. “Ich kann tatsächlich tun, was ich will – auf einen Last-Minute-Trip gehen oder Soaps in Endlosschleife im Fernsehen anschauen“, sagt sie.

„Die Freiheit neue Erfahrungen zu machen ist ein Geschenk – genauso wie die Wiederentdeckung von Hobbys, für die dir der Alltag früher zu wenig Zeit ließ.“

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Abbie Burton, 36 und Single, stimmt zu: “Ich habe Heirat und Kinder nicht von Anfang an ausgeschlossen, mein Leben hat einfach einen anderen Weg genommen. Und es haben sich tolle neue Möglichkeiten eröffnet“, sagt sie.

“Ich habe mehr als einmal meine Komfortzone verlassen – auf einer sechsmonatigen Camptour durch Afrika zum Beispiel. Vor zehn Jahren hätte ich davon nicht einmal gewagt zu träumen. Dann habe ich es einfach gemacht – und es war toll! Manchmal glaube ich tatsächlich, dass mich das zu einem besseren Menschen gemacht hat.”

Freundschaften vertiefen

Wer unabhängig ist, kann Beziehungen nach Lust und Laune steuern. Schließlich sind Freundschaften ziemlich entscheidend fürs Lebensglück und für die Gesundheit, wie man weiß. Und wir alle wissen, dass Älterwerden auch bedeutet, dass wir unsere Freundschaften sorgfältiger auswählen müssen. Man wird wählerischer, denn wir kennen uns besser und wissen, was und wer uns gut tut.

Studien zeigen, dass Paare weniger offen sind als Alleinstehende, denn sie kümmern sich mehr umeinander als um die Welt um sich herum. Das fördert Abhängigkeit, die – wie wir schon gesehen haben – problematisch werden kann. Und Menschen in Langzeitbeziehungen fehlen oft gute Freunde.

 

Wer nicht in einer Partnerschaft lebt, kann Freundschaften leben und ihnen Zeit geben und neue Freunde finden – zum Beispiel auf Reisen.

Die Studie von DePaulo betont auch, dass im Laufes des Erwachsenenlebens das Vorhandensein eines Lebenspartners weniger entscheidend dafür ist, ob wir uns einsam fühlen. Gerade in einer Partnerschaft kann man sich sehr allein fühlen. Und wenn wir Lebenspartner außer Acht lassen, sind es Freundschaften, die zählen.

Wie gesagt: Singles haben mehr Zeit und Energie, gute Freunde zu finden.

Den eigenen Weg finden

Wenn man älter wird, wird es einfacher, den eigenen Weg zu finden. Die Japaner sprechen von „ikigai“, das heißt soviel wie “das, wofür es sich zu leben lohnt“.

“Dein ikigai sorgt dafür, dass du morgens aufstehst und es hält dich am Laufen“, schreibt Japan Today. „“Wenn du diese eine Sache hast, die dir Zufriedenheit schenkt, […] lebst du länger und intensiver.”

Deb Ashby (40) aus London hat ihr Ikigai gefunden.

“Ich habe schon als Kind davon geträumt, den Mount Everest zu besteigen – mein Gegenentwurf zum großen Auftritt im weißen Kleid sozusagen“, erzählt sie.

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“Die Idee ein Haus zu kaufen habe ich sausen lassen und gebe mein Geld lieber für Reisen aus. Was ist deine wahre Passion, wo liegen deine Prioritäten – das fragt sich wohl jeder. Ich bin froh, dass ich meine schon früh gefunden habe: das Reisen.“

Das persönliche ikigai, was auch immer das nun genau ist, wurzelt in einem tiefen Gefühl der Zufriedenheit. Und wenn man älter wird, ist man freier, sein persönliches ikigai zu finden und es zu leben.

Wie die New Yorker Schriftstellerin Glynnis MacNicol, Single in ihren Vierzigern, es ausdrückt: “Mein Leben ist vergnüglicher als jemals zuvor. Und befriedigender. Meine Freundschaften sind tiefer, ich fühle mich gefestigter und ausgeglichener. Ja, ich fühle mich unglaublich kraftvoll.”
Amen to that.


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