30 plus und kein bisschen Mainstream

Ich kann Familie und Freunde leicht in Angst und Schrecken versetzen – ganz einfach, indem ich von meinen Reiseplänen erzähle.

Ungläubiges Erstaunen schlägt mir immer wieder entgegen, wenn ich von meinen neuesten Ideen erzähle und verkünde, dass ich – obwohl ich die Dreißig überschritten habe – gar keine Lust auf Immobilienkredite und Gemüsekisten-Abos habe.

Ich bin aus einer Laune heraus nach Australien ausgewandert und spiele gerade mit dem Gedanken an einen Umzug nach Singapur. Dieses Jahr habe ich schon vier Länder bereist. Und das obwohl ich als Lehrerin arbeite und ein knapp zwei Jahre altes Kind habe.

 

Die Verantwortung, die ich trage, ist eher Vergnügen als Pflicht für mich. Und ich weigere mich, den konventionellen Weg zu gehen, weil das halt so üblich ist.

Das Leben ist endlich, die Zeit kostbar und ich gehe entsprechend vorsichtig damit um. Ich nutze meine Zeit, um neue Plätze und neue Menschen kennenzulernen. Zukunftsorientierung und Bewusstseinsbildung sind eigentlich Ideale unserer Gesellschaft. Warum sorgen meine Reisepläne dann immer wieder für Hysterie – auch in einem Hipster-Umfeld? „Eine Rundreise durch Rumänien? Ist das denn ein sicheres Reiseland?“ Solche Kommentare höre ich immer wieder.

Ich möchte keine meiner Erfahrungen missen – auch wenn so manches Erlebnis mich an meine Grenzen brachte. Ich hatte mehr als einen Adrenalinkick, als ich mit dem Bike die Todesstraße in Bolivien hinuntersauste. Und ich ging physisch und mental an meine Grenzen, als ich den Mount Kinabalu in Borneo bestieg. Aber Thai-Boxen in einem Camp in Nordthailand half mir wieder auf die Beine nach der Trennung von meinem ersten Freund. Naturfilme im Fernsehen haben mich nie besonders interessiert, aber Anaconda-Spotting im Amazonas und die Arbeit mit Elefanten in einem Reservat in Kambodscha haben mir die Augen geöffnet für die Schönheit der Natur.

Schon der Name ”Todesstraße” macht uns Angst: „Lass die Finger davon, zu gefährlich!“ Aber es gibt viele Länder, die man aus Sicherheitsgründen meiden sollte, wenn man sich die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes anschaut. Erst wenn die Leute selbst vor Ort sind und sehen, wie wunderbar die Menschen sind, wie herrlich die Kunstdenkmäler und die Natur, fangen sie an umzudenken.

Ich reise nicht mit angezogener Handbremse, weil ich nicht irgendwann sagen möchte: „Ach, hättest du doch …!” Ich würde mich nie in einem All-Inclusive-Hotel einsperren lassen – schließlich warten da draußen Abenteuer, echte Menschen und unglaubliche Schönheit. Nichts von dem, was ich gemacht habe, habe ich bereut. Es war alles eine Bereicherung.

Glücklicherweise wurde ich als Jugendliche unterstützt im Glauben, dass ich alles machen und erreichen könnte, was ich wollte. Irgendwo auf dem Weg zum Erwachsensein wurden die Rahmenbedingungen dann enger gesteckt und ich hatte das Gefühl, man erwartete doch nur das übliche Ding von mir: einen Ehemann finden, ein Haus bauen und die Karriereleiter hinaufklettern.

 

Habe ich alles nicht gemacht. Ich habe mein Geld in Reisen investiert, nicht in Immobilienkredite. Häuser sind nicht mobil, und wenn ich vor etwas Angst habe, dann ist es Stillstand. Ich bin immer meinem Herzen gefolgt, habe Freundschaften fürs Leben geschlossen, tolle Plätze bereist, arbeite im Ausland und bin in unterschiedliche Kulturen eingetaucht. Ich habe immer ja gesagt zu neuen Chancen, habe ziemlich viel ausprobiert und tolle Erfahrungen gemacht. Und das hat mein Leben ungemein bereichert.

Klar war das nicht immer einfach und nicht alle meine Aktionen waren der Hit. Suppe mit Hühnerfüßen zum Beispiel sind in Afrika eine Spezialität, also habe ich probiert. Nun ja, eine Erfahrung, die ich nicht wiederholen muss. Aber an meiner Grundhaltung alles auszuprobieren hat das nichts geändert. Ich bereue tatsächlich nichts.

In eine Mine in Bolivien hinunterzuklettern und in die schmutzigen Gesichter der jungen Minenarbeiter zu blicken, hat mich emotional berührt. Wie viele Erlebnisse am anderen Ende der Welt. Es ist wichtig, öfter mal die Perspektive zu wechseln und Vorurteile zu hinterfragen. Und meiner Meinung nach müssen wir unseren Kindern unbedingt beibringen, dass es unglaublich viel Unwissen und Ignoranz in unserer Welt gibt. Obwohl viele glauben, die Weisheit mit Löffeln gegessen zu haben.

Es gab jede Menge Miesmacher, Angsthasen und Skeptiker – aber es hat auch immer einige gegeben, die meine Ausflüge in die Welt mutig fanden. Dabei war – am Anfang zumindest – auch viel Zufall dabei. Vor ein paar Jahren lebte ich in London, hatte mich von meinem Freund getrennt und las Eat, Pray, Love. Klar, ein Buch voller Klischees, aber es inspirierte mich zu etwas Neuem.

 

Ich wusste auch, dass ich mich allein auf den Weg machen musste. Das Alleinreisen gibt einem sehr viel Kraft. Das können viele nicht verstehen oder haben einfach zu viel Angst es einmal auszuprobieren. Ich hatte einige meiner stärksten, berührendsten Erlebnisse auf Solo-Reisen.

Ich war auch verrückt genug, einem Mann nach Australien zu folgen, den ich gerade kennengelernt hatte. Er war nicht der Mann fürs Leben, aber das Land gefiel mir und ich fand mich mitten in einem Abenteuer wieder.

Bei allem, was ich machte, habe ich nie an mögliche Probleme gedacht, sondern immer nur an die Chancen. Das mag dem ein oder anderen naiv erscheinen, aber es gab nie eine Herausforderung, an der ich komplett gescheitert wäre.

 

Mein Vater sagt immer, es sei Blödsinn in meinem Alter ans andere Ende der Welt zu ziehen und er wünscht sich, dass ich in meiner Heimatstadt Wurzeln schlage.

Manchmal wünschte ich mir selbst, ich könnte zurückgehen und ein “normales” Leben leben. Aber ich weiß, es würde mich zermürben. Der klassische Weg passt nicht zu mir. Und das Leben hat mich gelehrt: Wenn du etwas wirklich willst, dann musst du es auch machen – ohne Wenn und Aber.


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