Sieben Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Urlaub

Reisen fasziniert und macht glücklich. Wie wunderbar ist es, schillernde Städte und exotische Landschaften zu erkunden, in einer Wüstenlandschaft unter Sternen zu schlafen, in türkisfarben leuchtenden Lagunen zu schnorcheln oder zu tauchen, die Spuren antiker Zivilisationen zu bewundern und in das Leben in den Tempeln und auf den bunten Märkten Asiens einzutauchen. Die Möglichkeiten sind unendlich, jede Reise schafft Erinnerungen, die man nicht missen möchte.

Leider hat auch das schlechte Gewissen oft einen Platz im Gepäck: Weil Natur, Klima und mit ihnen unser ganzer schöner Planet gefährdet ist. Und weil unser Lebensstil, bei dem auch das Reisen eine wichtige Rolle spielt, der Grund dafür ist. Doch es lässt sich einiges tun, um nachhaltiger zu reisen. Sieben Tipps für ein ruhigeres Gewissen.

 

Nicht ohne meine Flasche

Längst wissen wir: Plastik gehört zu den schlimmsten Plagen für die Umwelt. Selbst wenn Plastikflaschen nicht achtlos in die Landschaft geworfen, sondern vermeintlich ordnungsgemäß entsorgt oder in ein Pfandsystem eingespeist werden, sind die Dinger schwer loszuwerden. 450 Jahre dauert es, bis eine Plastikflasche abgebaut ist. Jedes Jahr gelangen Schätzungen zufolge acht Millionen Tonnen Plastik ins Meer – mit den mittlerweile bekannten Folgen für Fische, Seevögel und Meeresschildkröten und damit für unsere Ozeane. Was ist zu also zu tun? Das Beste ist zweifellos, gar keine Plastikflaschen zu kaufen. Nötig sind sie nämlich fast nie. Wer auf Reisen eine eigene, wiederbefüllbare Trinkflasche dabei hat, muss keine kaufen – schon gar nicht in Weltengegenden, in denen wenig oder gar kein Recycling-Aufwand getrieben wird. Einfach ein bis zwei eigene Flaschen leer ins Handgepäck stecken und nach der Sicherheitskontrolle am nächsten Trinkbrunnen oder am Wasserhahn füllen. Das funktioniert genauso am Zielort. Ist die Wasserqualität zweifelhaft, nachfragen. In den meisten Hotels kann man sich völlig problemlos gefiltertes Wasser oder Tee abfüllen lassen. Ähnliches gilt natürlich für den beliebten Coffee-to-go. Auch für den belebenden Schluck Kaffee zwischendurch gibt es sehr dekorative wiederbefüllbare Becher, die sich leicht im Handgepäck unterbringen lassen.

 

Strandspaziergang mit Mehrwert

In der Sonne liegen und träumen, das kann jeder. Beim Flanieren am Strand angespülte Plastikflaschen aufzulesen, ist hingegen sinnstiftend und kann tatsächlich ebenso meditativ wirken wie früher das Muschelsammeln. Zudem schärft es den Blick für das Plastikproblem. Beim ersten Spaziergang sammelt man Plastikflaschen auf, die Meeresströmungen ans Ufer gespült oder sorglose Menschen am Strand zurückgelassen haben, vielleicht auch mal einen Flipflop, der einen ähnlichen Weg genommen hat. Dinge also, die etwa so schwer zu übersehen sind wie eine Tasche voller Goldstücke. Bald aber nimmt man auch Teile bunter Plastikfeuerzeuge wahr, und schließlich kleine blaue oder rote Kunststofffetzen: Reste von Fischernetzen. Verlorene oder aufgegebene Netze und andere Gegenstände aus der Fischerei zählen ebenso wie unzählige Flaschen und andere Zivilisationsspuren aus Plastik zu den großen Bedrohungen für die Meere und ihre Bewohner. Da hilft nur eines: Bücken, aufsammeln, entsorgen. Diese Freizeitbeschäftigung kann tatsächlich süchtig machen. Natürlich ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber auch ein Ozean besteht schließlich aus sehr vielen Tropfen.

 

Nichts zurücklassen

„Take nothing but pictures, leave nothing but footprints“, so heißt bekanntlich das oberste Gebot nachhaltigen Reisens: Nichts mitnehmen außer Erinnerungen und Fotos, nichts zurücklassen außer Spuren – und einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck. Vor allem auf kleinen Inseln in sensiblen Ökosystemen, aber auch im afrikanischen Busch ist es sinnvoll, das ganz wörtlich zu nehmen – überall also, wo nicht regelmäßig die Müllabfuhr kommt und Wertstoffe und Restmüll getrennt abtransportiert. Das bedeutet etwa, leere Behälter für Cremes, Haarspülung, Sonnenschutz und ähnliches nicht im Hotel in den Mülleimer zu werfen. Besser ist es, sie zu Hause zu entsorgen, wo die Chancen besser stehen, dass die Verpackungen nicht in die Umwelt gelangen. Genauso ist es mit Kleidungsstücken, die im Urlaub ausgedient haben. Wenn sie nicht am Ort jemand verwenden will, besser wieder in den Koffer packen.

 

Adieu, Minifläschchen

Natürlich ist es bequem, Shampoo, Haarspülung und Duschgel gar nicht erst einpacken zu müssen. Doch die beliebten Mini-Fläschchen in den Badezimmern von Hotels produzieren täglich neuen Müll, noch dazu solchen aus Plastik. Weil aber auch in Hotels zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird, sind immer mehr Hotelbäder mit wiederbefüllbaren Shampoo- und Duschgelspendern ausgestattet. Wo das nicht so ist, sollte man angebrochene Behältnisse zumindest vollständig leeren oder nach Hause mitnehmen, um sie dort aufzubrauchen und zu entsorgen. Noch besser: Die eigenen Pflegeutensilien in handelsüblichen Größen in den Koffer packen und am Ende des Urlaubs wieder mit nach Hause nehmen. Auch sonst bietet das Bad einige Möglichkeiten, die Umwelt zu schonen, vom Verzicht auf allzu langes Duschen bis zur mehrfachen Nutzung der Handtücher – wie man das im Alltag ja auch macht. Wattestäbchen sollte man möglichst gar nicht erst aus ihrer Plastikhülle fummeln. Zu Hause sind plastikfreie Wattestäbchen in jedem Drogeriemarkt zu haben. Sie bestehen aus Bio-Baumwolle und Papier oder Bambus.

 

Die richtige Sonnencreme schützt Haut und Riffe

Die Korallenriffe der Meere sind nicht nur wunderschön, sie weisen auch eine einzigartige Artenvielfalt auf – noch. Leider befinden sie sich in höchster Gefahr. Vor allem steigende Wassertemperaturen und die Zufuhr von Kohlendioxid setzen ihnen zu und haben in den vergangenen Jahren immer wieder für schwere Korallenbleichen gesorgt. Wenn das Meerwasser über längere Zeit zu warm bleibt, kommt es zur Bleiche; die Korallen stoßen die Zooxanthelle genannte Alge ab, mit der sie eine Symbiose bilden und die ihnen die Farbe verleiht. Sie verblassen und sterben. Erhöht sich die Zufuhr von Kohlendioxid, werden die Korallen zudem porös. Sie brechen dann schneller ab, als sie wachsen können. Eine weitere Gefahr für die sensiblen Ökosysteme der Riffe geht von Chemikalien in Sonnenschutzcremes aus, die Fische und Korallen schädigen können. Hawaii hat daher 2018 als erster amerikanischer Bundesstaat ein Gesetz erlassen, das Sonnencremes mit den UV-Filtern Oxybenzon und Octinoxat verbietet – ab dem Jahr 2021. Mit umwelt- und korallenschonenden Sonnenschutzmitteln ohne diese Filter kann jeder Urlauber schon jetzt dazu beitragen, dass die Riffe nicht zusätzlich belastet werden.

 

Shoppen nur mit Stoffbeutel

In der EU sind Plastiktüten im Einzelhandel nur noch gegen Gebühr zu haben, was den Verbrauch deutlich reduziert hat. In anderen Gegenden der Welt sieht die Situation oft anders aus. In Asien etwa ist es nicht leicht, ein Geschäft ohne mindestens ein Behältnis zu verlassen; nicht selten wird jedes erworbene Gut liebevoll einzeln verpackt. Widerspruch ist nicht immer leicht, denn es ist gut gemeinter Service. Die Lösung ist dennoch einfach: Wer Stoffbeutel in Koffern und Taschen deponiert, kann überall ohne Plastiktüten shoppen und auch auf Märkten in Ländern mit hoher Sprachbarriere leicht zeigen, was er im Sinn hat: „No bag, please!“ Sind sie nicht beim Shopping im Einsatz, führen die Taschen im Koffer ein nützliches Doppelleben als Schuh- und Wäschebeutel. Am Urlaubsort Stoffbeutel zu kaufen – wenn sie denn überhaupt zu haben sind -, ist nur dann empfehlenswert, wenn man zu Hause nicht bereits ein Dutzend herumliegen hat. Denn auch die Stoffbeutel kommen erst auf eine günstige Umweltbilanz, wenn sie häufig und lange im Einsatz sind.

 

Grüner fliegen: CO2-Ausstoß von Flügen ausgleichen

Kein Zweifel, der Flug ist ein dicker Brocken auf der Liste der Umweltsünden im Urlaub. Die gute Nachricht: Dagegen lässt sich etwas unternehmen. Und zwar schon vor der Reise, mit einer CO2-Ausgleichsspende. Die CO2-Kompensation verbessert die Umweltbilanz des Urlaubs und sorgt für ein entspannteres Gewissen. Organisationen wie Atmosfair, Myclimate oder Klimakollekte bieten die Möglichkeit,  auf ihren Websites den CO2-Ausstoß eines geplanten Flugs zu bestimmen. Dabei spielen der Flugzeugtyp, sein Energieverbrauch, aber auch die Anzahl der Sitze und die Auslastung eine Rolle – und natürlich die Entfernung. Der CO2-Ausstoß pro Kopf lässt sich dann ausgleichen, indem man für Klimaschutzprojekte spendet, die einen entsprechenden Gegenwert an Bäumen pflanzen. Durch diese Bäume wird ein vergleichbarer CO2-Wert gebunden. Das Prinzip kann man auch bei Schiffs- und Autoreisen anwenden. Atmosfair hat darüber hinaus ein Energie-Ranking internationaler Fluggesellschaften entwickelt, der deren Emissionen vergleicht. Diese Liste erlaubt, bei der Wahl der Airline auch den Umweltfaktor einzukalkulieren.

 

Wir bei Flash Pack sind eine Startup-Kultur und glauben leidenschaftlich an die Kraft kleiner, aber zunehmender Veränderungen. Die Flash Pack Foundation

Subscribe to our newsletter

Melde dich für unseren Newsletter an

Unsere neuesten Abenteuer, aufregende Angebote & Gewinnspiele und die neuesten Reiseberichte aus der ganzen Welt direkt in dein Postfach.

Sprich mit einem Experten

Du brauchst bei der Planung deiner nächsten Reise Hilfe? Sprich noch heute mit einem unserer erfahrenen Reiseexperten.

Kontaktiere uns

WAS DICH ERWARTET

Höre vor allen anderen von unseren neuen Abenteuern.

Sei der Erste, der über exklusive Flash Pack-Angebote informiert wird.

Habe Zugang zu spannenden Gewinnspielen.

Erhalte wöchentliche Inspirationen und Reiseberichte von Alleinreisenden, genau wie du.