Summer of ’69: Worüber Bryan Adams 50 Jahre später singen würde

„Man, we were killin‘ time, we were young and restless.

We needed to unwind. I guess nothin‘ can last forever, forever …“

Nein, nichts kann für immer halten und nichts ist für die Ewigkeit bestimmt. Allerdings kommt Bryan Adams Song „Summer Of ’69“ schon ziemlich nah dran. Der Ohrwurm wurde im Jahr 1984 veröffentlicht und darf bis heute auf keiner Sommer-, Sonne- und Gute-Laune-Playlist fehlen.

Blicken wir also auf das letzte halbe Jahrhundert und damit auf die 50 vergangenen Jahre zurück. Wie haben sich die Zeiten gewandelt? Was machte den Sommer 1969 so unvergesslich? Und worüber würde man singen, wenn man den diesjährigen Sommer lyrisch aufarbeiten und in Songzeilen packen würde?

 

Der unvergessliche Sommer 1969

Wenn man die Strophen und Refrains mitsingt, könnte man fast ein bisschen nostalgisch werden: Im Song erinnert sich der Erzähler an seine Jugendzeit. Er kaufte seine erste Gitarre im Five-and-Dime Store, einer damaligen Warenhauskette in den USA, und spielte sich förmlich die Finger wund.

Anschließend gründete er gemeinsam mit Schulkameraden seine erste Band und jobbte abends im Autokino. Dort verliebte er sich in ein Mädchen, mit dem er den Sommer verbrachte. Sehnsuchtsvoll beschreibt der Erzähler den endlos erscheinenden Sommer und die beste Zeit seines Lebens, in die er sofort zurückkehren würde, wenn er könnte.

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„Oh, when I look back now, that summer seemed to last forever.
And if I had the choice, yeah, I’d always wanna be there.
Those were the best days of my life.“

Was die meisten Hörer nicht wissen: Der Song des kanadischen Sängers trägt keinerlei biografische Züge, denn im Sommer 1969 war Bryan Adams gerade mal neun Jahre alt. Macht aber nichts, denn er performt den Song trotzdem so überzeugend, dass man sich fast so fühlt, als stünde man selbst auf Muttis Veranda und halte seine Hand.

Standin‘ on your mama’s porch, you told me that you’d wait forever.
Oh, and when you held my hand, I knew that it was now or never.
Those were the best days of my life.

 

Der Sommer des Woodstocks

Doch der Sommer 1969 steht nicht nur für Gitarrenmusik und Autokinos, sondern auch für das Woodstock-Festival und damit für den Höhepunkt der Hippie-Zeit in den USA. Das Event, das später in die Geschichte einging, fand im August 1969 statt und symbolisiert bis heute eine Jugendkultur, die sich für Freiheit, Liebe, Kunst und gesellschaftlichen Wandel einsetzt.

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Das Motto lautete: Make love, not war! Symbole wie Peace-Zeichen, Blumenkränze und Batik-Kleider prägen die Erinnerungen an den Woodstock- und Hippie-Sommer ’69. Und auch wenn Brian Adams die Flower-Power-Ära in seinem Welthit nicht besingt, hat sie den Sommer vor 50 Jahren definitiv geprägt.

 

Sommer ‚69: Und sonst so?

Abgesehen davon war in den Sommermonaten vor 50 Jahren auch sonst einiges los. Am 21. Juli 1969 saß die ganze Welt gebannt vor dem Fernseher und beobachtete, wie Neil Armstrong mit der Apollo 11 Mission als erster Mensch den Mond betrat. Fast zeitgleich fanden in San Francisco und München die ersten „Anti-BH-Tage“ statt: Hunderte Studentinnen verbrannten ihre BHs, um damit die Befreiung des weiblichen Körpers zu symbolisieren. Es gäbe also noch reichlich Stoff für zahlreiche weitere Strophen in Bryan Adams Hit „Summer of ’69“.

 

Urlaub vor 50 Jahren

„Ain’t no use in complainin‘, when you’ve got a job to do.
Spent my evenings down at the drive-in and that’s when I met you, yeah!“

Obwohl der Erzähler des Songs in diesem Sommer jobben musste, boomte das Reisen schon damals – wenn auch in einem anderen Ausmaß und auf eine andere Art als heute. Statt Flugzeugen waren damals noch Autos das Fortbewegungsmittel Nummer 1. Mit VW-Käfern und Bussen ging es ab ans Meer, zumeist mit Freunden oder mit der ganzen Familie im Schlepptau. Alleinreisen wurde erst in den 70ern beliebter – und zwar per Anhalter. Das Trampen war geboren!

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Zu fremden Menschen ins Auto zu steigen, war damals weder verrufen, noch galt es als gefährlich. Stattdessen war Mitreisen günstig und umweltfreundlich. Daneben wurde Ende der 60er, Anfang der 70er eine zweite Art von Reisen zunehmend beliebter: die Pauschalreisen. Im Vergleich zum Trampen war das allerdings gar nicht umweltfreundlich. Es entstanden Betonbauten und Bettenhochburgen, die als Hotels für die vielen Reisenden herhalten mussten und die Umwelt belasteten.

 

Summer of ‚19: Worüber Bryan Adams heute singen würde

„And now the times are changin‘, look at everything that’s come and gone.
Sometimes when I play that old six-string, I think about you, wonder what went wrong.“

Ja, die Zeiten ändern sich – manches kommt und anderes geht. Ob der Erzähler heute noch im Autokino jobben, Gitarrespielen und eine Schulband gründen würde? Oder ob er stattdessen wohl eher Bitcoins sammeln und in seiner Freizeit YouTube-Videos drehen oder Podcasts einsprechen würde?

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Und so kommen wir nicht umhin, uns zu fragen, was typisch für den diesjährigen Sommer ist und worüber man in 50 Jahren schmunzeln könnte, wenn man zurückblickt. Mit dem Woodstock-Festival können wir leider nicht punkten und mit dem ersten bemannten Flug zu einem fremden Planeten auch nicht.

Aber möglicherweise gibt es neben all den kleineren und größeren Trends dieses Sommers etwas, das bleibt. Ja, das gibt es – und zwar unser Lebensgefühl, das geprägt ist von Freiheit und Selbstverantwortung. Ein Gefühl, das in unserer Gesellschaft noch nie so stark ausgeprägt war wie jetzt.

 

Freiheit & Verantwortung im Sommer 2019

Mehr denn je können wir uns heute für oder gegen bestimmte Lebensformen entscheiden – ganz gleich, welches Alter wir haben und in welcher Lebenssituation wir uns befinden. Wir können reisen oder sogar ganz aussteigen. Wir können digitaler Nomade werden und unser Leben so gestalten, wie wir es uns wünschen.

Wann und wohin wir reisen, ob alleine, mit Freunden oder mit einer abenteuerlustigen Reisegruppe, entscheiden alleine wir. Das bringt jede Menge Möglichkeiten und ein hohes Maß an Eigenverantwortung mit sich. Der Erzähler von „Summer Of ’69“ wäre sicher so was von neidisch.

 

Summer of 19: Darüber singt man heute

Und natürlich wäre dieser Artikel nicht ansatzweise vollständig, wenn wir nicht versuchen würden, Bryan Adams Songzeilen ein wenig aufzupeppen und auf den diesjährigen Sommer zu beziehen – natürlich mit einer guten Portion Humor und jeder Menge Selbstironie. Also, holt eure Gitarren raus und schmiert eure Stimmbänder. So klingt der Sommer 2019:

I got my first real camcorder
Bought it online at Amazon

Received my delivery within 24 hours

Was the summer of ‚19

Me and some guys from YouTube
Had a channel and we tried real hard
Jimmy quit, Jody got Insta-famous
I should’ve known we’d never get far

Oh, when I look back now
That social media hype seemed to last forever
And if I had the choice
Yeah, I’d always wanna post there
Those were the most public days of my life

Ain’t no use in complainin‘
When you’ve got a video to upload
Spent my evenings with using Tinder
And that’s when I met you, yeah

Checked out your Facebook page
You told me that you’d accept my friend request
Oh, and when I scrolled through your Insta pics
I knew that it was now or never
Those were the stalker days of my life

Oh, yeah
Back in the summer of ‚
19

Man, we were travelling the world, we were young and restless
We needed to start journeys
I guess nothin‘ can last forever, forever, no

Yeah 

And now the times are changin‘
Look at everything that’s come and gone
Sometimes when I watch that old YouTube video
I think about us, wonder what went wrong

Checked out your LinkedIn page
You told me that you’d be a digital nomad
Oh, and when you escaped to Bali
I knew that it was now or never
Those were the best days of my life

Oh, yeah

Back in the summer of ‚19, oh
It was the summer of ‚
19, oh, yeah
Me and my smartphone in ‚
19, oh
It was the summer, the summer, the summer of ‚
19, yeah

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