Sieben Dinge im Hotel, die man erst ab 30 schätzen lernt

Das Leben kann leicht sein: Sieben Dinge im Hotel, die man erst ab 30 schätzen lernt

In den Zwanzigern ist Neugier die stärkste Triebkraft. Sie lässt uns Mehrbettzimmer in Hostels, Duschvorhänge und flusige Teppiche in Hotels und sogar Ravioli aus der Dose ertragen. Tatsächlich bemerken wir solche Details kaum angesichts des Glücks, in einer angejahrten Pension im Süden Portugals zu erwachen oder in einer Bruchbude in Sydney. Allein die Idee, eine Reise von der ersten bis zur letzten Nacht vorauszuplanen, entlockt Mittzwanzigern meist nur verständnisloses Kopfschütteln. Reicht es nicht, ein Land als Ziel ins Auge zu fassen oder vielleicht zwei? Auch der Sinn für die Details der Hotelausstattung ist meist noch nicht geschärft. Ein Bett sollte da sein und ein Bad, das ist schon ziemlich wichtig; was sonst noch im Zimmer herumliegt oder in anderen Bereichen des Hauses geboten wird, spielt keine Rolle. Gegen Ende dieses goldenen Jahrzehnts aber beginnt sich die Wahrnehmung zu ändern. Plötzlich erfreut man sich an Dingen, die man zuvor nicht einmal bemerkt hatte. Sieben Beispiele.

 

  1. Wärmendes Detail: Die Handtuch-Heizung

Herrlich warm sind Duschhandtücher, die seit dem Morgengrauen durch eine eigene Heizung auf ihre Aufgabe vorbereitet wurden: den frisch geduschten Hotelgast nicht nur zu trocknen, sondern ihm auch jämmerliches Frieren im Bad zu ersparen. Stattdessen wärmen sie nun wohlig. Das ist wichtig, denn Frösteln kann Morgenmuffeln beim Start in den Tag um Stunden zurückwerfen. Die hitzigen Handtuchhalter hingegen machen die Trennung vom Schlaf ein bisschen leichter. Zugegeben: Überlebensnotwendig ist solcher Luxus nicht. Aber er macht das Leben angenehmer. Und auch dafür verreist man schließlich. Wer will im Urlaub schon schlechter leben als zu Hause? Jenseits der dreißig eigentlich niemand.

 

  1. Energiespender: Kaffeemaschine und Tee-Station

Vor allem aus der angelsächsisch geprägten Hotelwelt sind diese Utensilien nicht wegzudenken. Und egal, ob draußen vor den Fenstern ein tropischer Morgen in Queensland  hellstes Sonnenlicht verströmt oder über einem schottischen See dramatisch tiefe Wolken hängen: Ein solches Panorama wirkt einfach noch viel schöner, wenn man es in Gesellschaft eines dampfenden Bechers Kaffee oder Tee auf sich wirken lässt. In kühleren Gegenden weiß man dieses Morgenritual in einen flauschigen Bademantel gehüllt noch höher zu schätzen (s. Punkt 3). Aber auch im späteren Verlauf des Tages lassen sich Wasserkocher und Kaffeemaschine sinnvoll einsetzen. Nach intensivem Sightseeing oder einer ausgedehnten Shopping-Tour ist es schön, bei selbstgebrautem Heißgetränk im Hotelzimmer die Einkaufsausbeute zu sichten – oder auch einfach ein wenig zu chillen. Beine hoch und abhängen.

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  1. Zeit für Entspannung: Bademantel und Badeslipper

Wer sich nie angewöhnt hat, mit einem Paar Badelatschen aus eigenem Besitz im Koffer zu reisen, freut sich über die formlosen weißen Schlappen, die ihn im Hotel vor dem Bett, im Kleiderschrank oder in Nachbarschaft des ebenso unförmigen, aber dafür umso wärmeren Bademantels erwartet.  Dieses vor allem in gemäßigtem Klima bedeutende Kleidungsstück kann man nicht gut selbst mitbringen, denn ein langer und dicker Bademantel aus Frottee füllt spielend mindestens einen halben Koffer. Wie angenehm ist es, das (womöglich auf der Handtuch-Heizung vorgewärmte) Stück am Abend oder auch im Morgengrauen überzustreifen. Hotel-Bademäntel sind fast immer riesig, damit sie den meisten Gästen passen – oder vielmehr, sie zu umhüllen vermögen. Zu Hause fände man einen solchen Laken-Mantel vielleicht sogar eher hinderlich. Im Hotelzimmer, den Notwendigkeiten des Alltagslebens enthoben, gilt hingegen eine einfache Gleichung: Sehr viel Frottee bedeutet hier ein sehr hohes Maß an Entspannung.

 

  1. Ein Wagen wird kommen: Der Room-Service

In den goldenen Zwanzigern hatten wir uns eingeprägt, niemals die Mini-Bar im Zimmer zu plündern, um ausufernde Nebenkosten zu verhindern. Bald aber folgte die Erkenntnis, dass es eigentlich noch angenehmer ist, sich gleich das ganze Essen im Zimmer servieren zu lassen. Vor allem nach sehr langen Flügen in entlegene Zeitzonen kann das Club Sandwich im Zimmer der erste Schritt zur Erholung sein. Ein Anruf, und schon bald ist dezentes Klopfen an der Tür zu hören, gefolgt von einem freundlichen Menschen mit Tablett oder einem ganzen Wagen mit weißer Tischdecke, Servierhauben und womöglich sogar einem Glas Wein (oder einem Kännchen Kaffee) darauf. Sobald der Zimmerkellner den Wagen in einen Tisch verwandelt, das Essen aufgebaut und das Zimmer verlassen hat, ist es Zeit für ein Dinner im Bademantel. Oder für das Frühstück auf dem Balkon, mit Sonnenbrille, Zeitung und womöglich auch noch fantastischer Aussicht auf Stadt oder Strand. Egal, ob der Room Service spät am Abend oder am Morgen kommt: Auf jeden Fall verläuft das Mahl im Zimmer tiefenentspannt – und ganz privat.

 

  1. Eine Oase: Die Lobby

Der Eingangsbereich größerer Hotels bietet die perfekte Balance von Gesellschaft und Alleinsein – und ist somit nicht nur, aber auch für Alleinreisende eine wahre Oase. Wie nett ist es, hier in einen tiefen Sessel oder ein bequemes Sofa zu sinken, das Laptop aufzuschlagen oder ein Buch. Menschen kommen und gehen, versammeln ihre Kinder oder Koffer um sich, bestellen Taxis oder Tee. Das alles verströmt eine angenehme Atmosphäre von Geschäftigkeit, ist aber zugleich so weit weg, dass man selbst unbehelligt und in tiefem Frieden über der Lektüre sitzt, telefoniert oder einfach seinen Gedanken nachhängt. Die Lobby ist nicht so still wie das Hotelzimmer, bietet aber trotzdem genauso viel Anonymität und Privatsphäre, wie man es sich wünscht. Wegen dieser Vielseitigkeit hat sie sich auch zu einem beliebten Co-Working-Space entwickelt; auch Meetings und Besprechungen in kleinem Kreis finden häufig im Foyer statt. Und nicht zuletzt ist hier  in der Regel auch eine Bar zu finden. In der Lobby darf man Getränke, Kuchen oder Sandwiches bestellen, muss es aber nicht. Man kann mit anderen ins Gespräch kommen, muss aber auch das nicht. Die Lobby basiert auf Freiwilligkeit, sie verspricht Ruhe oder Geselligkeit – ganz, wie jeder es für sich entscheidet. Der perfekte Ort also, um mit Ruhe kostbare freie Zeit verviel streichen zu lassen, das Treiben ringsum zu beobachten oder ein wenig zu plaudern. Warum hat man das eigentlich nicht schon früher bemerkt?

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  1. Wundersame Verwandlung: Der Turn down-Service

Ein weiteres Phänomen aus der Kategorie unnötiger Luxus, der das Leben unterwegs angenehmer macht, ist der abendliche Turn down-Service. Es basiert auf Prozessen, die überall auf der Welt ähnlich ablaufen. Am frühen Abend wirft der Reisende sich in die im Ziel-Restaurant vorgesehene Dinner-Bekleidung. Dabei wirbelt er Handtücher und Kleidungsstücke umher, manches davon landet in Folge von mangelhaftem Zeit-Management (oder urlaubsgemäßer Entspannung) auf Bett, Sessel oder Schreibtischstuhl. Stunden später kehrt der Gast am Ende eines vergnüglichen Abends ins Zimmer zurück. Und nimmt erfreut zur Kenntnis: Die Handtücher hängen auf den dafür vorgesehenen Haltern, Kosmetikartikel wurden aufgefüllt, Papierkörbe geleert. Das Bett ist aufgeschlagen, die Badeschlappen sind auf dem Bettvorleger positioniert, die Fernbedienung auf dem Nachtisch, das Leselämpchen brennt. Vielleicht ist auch gedämpfte Musik zu hören. Auf dem Kopfkissen liegen ein Betthupferl und ein Kärtchen mit der Wetteraussicht für den kommenden Tag einträchtig nebeneinander. Was sich ein bisschen anfühlt wie das Wirken einer sehr liebevollen Mutter, ist in Wahrheit das Werk des Housekeeping. Der Turn down-Service war da, und das ist sehr schön.

 

  1. Es werde Licht: Die Leselampe neben dem Bett

Ein weiteres Ausstattungsdetail, das erst im Lauf der Zeit an Bedeutung gewinnt. Die Leselampe war weniger wichtig, als wir erst so spät – oder vielmehr: so früh am Morgen – ins Hotel zurückkehrten, dass zwischen Zähneputzen und Tiefschlaf nur eine kurze Minute lag. Aber auch der Biorhythmus ändert sich nach dem 30. Geburtstag, und mit ihm manche Gewohnheiten. Leider bietet das Beleuchtungskonzept mancher Hotels ein abendfüllendes Programm: Es kann Zeit und Nerven kosten, bis das letzte Lämpchen ausgeknipst oder entnervt der letzte Stecker gezogen ist. Hinter Sofas und unter dem Bett nach den Steckern scheinbar unlöschbarer Lampen zu suchen, entspricht unserer Vorstellung eines gelungenen Tagesausklangs nur sehr bedingt. Wie viel angenehmer ist es da, wenn das Bedienen eines einzigen Schalters neben dem Bett vollständige Dunkelheit herstellt. Wenn dann noch ein kleines, unabhängig vom Master Switch zu bedienendes Leselämpchen in der Nähe des Kopfkissens die Möglichkeit eröffnet, vor dem Einschlafen eine Seite zu lesen, wird es so richtig kuschelig.

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